Die Keramikerin ist viel auf Märkten unterwegs.

Seit 2007 kommt Julia Naether etwa zweimal im Jahr nach Oederan und leitet einen mehrtägigen Töpferkurs. Inzwischen gibt es einen festen Stamm von Kursteilnehmerinnen, die sich immer wieder für die Arbeit an der Töpferscheibe begeistern. Was so einfach aussieht, entpuppt sich als komplexe Aufgabe, bei der man die Eigenschaften des Materials, die Funktion der Töpferscheibe und die eigenen Hände gleichermaßen beherrschen muss. Mit etwas Ausdauer und Julia Naethers Hilfe sind in diesem Kurs schon viele schöne Gefäße entstanden.

Seit 2003 stelle ich in meiner Werkstatt Keramik her: Töpfe für den täglichen Gebrauch. Ich orientiere mich an traditionellen Formen. Eine gute Grundlage dafür gab mir meine Töpferlehre bei Hans Grünert in Waldenburg. Ich verwende Frohnsdorfer  Steinzeugton, den ich teilweise so grob, wie er aus der Tongrube kommt, verdrehe oder für feinere Keramiken aufbereitet verwende. Die meisten meiner Töpfe drehe ich auf der Töpferscheibe, anschließend werden sie bei etwa 900°C geschrüht. Ich verwende Lehm- und feldspathaltige Seladonglasuren, in die ich meine Gefäße nach dem Schrühbrand tauche oder begieße. Ein Teil meiner Töpfe wird im Gasofen bei etwa 1300 °C hart gebrannt. Durch eine reduzierende Ofenatmosphäre beeinflusse ich die Glasurentwicklung.

Sehr am Herzen liegt mir das Brennen mit Holz. Zusammen mit Kerstin Henrion und Mechthild Kiesling befeuere ich 4- 6 mal jährlich den in Seifersdorf  stehenden Holzbrandofen (Phönix). Der Brand dauert 16 - 20 Stunden. Das bei 1300 °C in die Feuerung geworfene Kochsalz überzieht die Töpfe mit einer lebendigen Oberfläche, die schmelzende Holzasche macht jeden Topf einzigartig.
Im Kunsthandwerkerhof in Freiberg, unweit des unlängst renovierten Schlosses, das jetzt die mineralogische Sammlung beherbergt, verkaufe ich meine Keramik. Im Haus gibt es außerdem noch eine Handweberei und eine Zinngießerei. Auch in historischer Hinsicht ist das Gebäude sehr interessant. Gebaut im ersten Drittel des 16. Jhd. beherbergte das im Kern spätgotische Gebäude einst den Bergschreiber, später Postmeisterei und Gastwirtschaft. Aus der Zeit der letzteren stammt sein Name: “Zum goldenen Adler”. Die profilierte Holzbalkendecke und die Fragmente von Wappenmalereien in meinem Laden gehen auf die Zeit des Bergschreibers zurück, der 1543 das Haus erwarb. Im Laden verkaufe ich all das, was in meiner Werkstatt gefertigt wird.
Meine Werkstatt befindet sich in Sand, einem kleinen Ortsteil von Halsbrücke. Wir sind 2008 in die ehemalige Sander Schule gezogen. In unmittelbarer Nähe ragt die Halsbrücker Esse, die höchste Ziegelesse Europas steil in den Himmel. Sie wurde 1889 erbaut.

Besichtigungen der Werkstatt sind nach vorheriger Absprache möglich.

Julia Naether

Am Sandberg 7
09366 Halsbrücke

Telefon: 03731/207910
E-Mail:

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